Begrifflichkeiten/Adressaten

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Adressaten


Viele im Immobilienmanagement relevante Kennzahlen sind übergreifend für Immobilieneigentümer, -dienstleister und -nutzer verwendbar. Aufgaben- und zielabhängig unterscheidet sich jedoch die Relevanz von Kennzahlen für verschiedene Verwender. Der Kennzahlenkatalog differenziert deshalb zwischen drei unterschiedlichen Gruppen des anlage- und nutzungsorientierten Immobilienmanagements. Er adressiert


  • Institutionelle Investoren/Fremdmanager (z.B. offene Immobilienfonds, geschlossene Immobilienfonds und sonstige Kapitalsammelstellen/KAGs) die ungeachtet ihrer Rechtsform für Dritte Gelder in hohem Umfang und auf professionelle Art und Weise in Immobilien anlegen und dieses Vermögen verwalten. Ziel ist, auf der Basis einer im Vorhinein festgelegten Anlagestrategie das Vermögen bei definiertem Risiko angemessen zu verzinsen.


  • Institutionelle Bestandshalter (z.B. Wohnungsunternehmen, Immobilien-AGs), denen trotz Unterschieden im Geschäftsmodell sowie in den angestrebten Risiko-Rendite-Zielen gemeinsam ist, dass die Unternehmen selbst Eigentümer von Vermögen und Kapital sind, so dass hierüber vergleichsweise langfristig verfügt werden kann und die rasche Liquidierbarkeit der Immobilien eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen stellt neben den laufenden Cashflows die Wertsteigerung durch aktives Management einen wichtigen Aspekt der Anlage dar. Deshalb hat das Assetmanagement, dessen Schwerpunkt auf der Haltephase des Immobilienvermögens liegt, einen höheren Stellenwert in der Wertschöpfung als bei den o.g. institutionellen Investoren/Dienstleistern.


  • Non-Property-Companies/Corporates (NPCs), in der Immobilienwirtschaft oft auch einfach nur als "Corporates" bezeichnet, also Unternehmen, die Immobilien zum Zwecke der Eigennutzung besitzen. Hier sind Immobilien Produktionsfaktoren, deren Betrieb dem Hauptzweck dient, das Kerngeschäft, zu dem Immobilienaktivitäten nicht gehören, zu ermöglichen. Die Bereitstellung der benötigten Immobilien(flächen) erfolgt analog zur Bereitstellung anderer Investitionsgüter, z.B. über Anschaffung, Herstellung, Leasing oder Miete und organisatorisch in Form von Cost Centern[6]. Kennzeichnend für die NPCs ist, dass Rendite-Risiko-Profil und Liquidität der immobilienbezogenen Aktivitäten eine untergeordnete Rolle spielen, während die Optimierung des Nutzwertes bzw. des Nutzungsaufwands im Vordergrund stehen[7].


Darüber hinaus kann der Katalog unternehmensübergreifend genutzt werden, d.h. für Kooperationspartner/Netzwerke die im Rahmen der Leistungserbringung über alle Managementebenen miteinander arbeiten. Bsp.: Ein Investmentmanager beauftragt einen externen Asset- oder Propertymanager zur Unterstützung bzw. Erbringung der spezifischen Leistungen.


In allen Fällen unterstützt der Kennzahlenkatalog somit sowohl bei Definition wie Koordination der zu erbringenden Leistungen.


[6] Wenn nicht mehr betriebsnotwendige Immobilien unter eher renditeorientierten Zielen gemanagt werden, werden hierfür häufig separate Organisationseinheiten gebildet, bei denen die Kennzahlenprioritäten der Institutionellen Investoren bzw. Bestandshalter Berücksichtigung finden.

[7] Alle aufgeführten Kennzahlen beziehen sich normalerweise, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, auf immobilienbezogenen Aktivitäten, im Falle von NPCs also nicht auf das Gesamtunternehmen. Dies wird i.d.R. innerhalb der Kennzahlenbeschreibung nicht explizit wiederholt. So steht beispielsweise „Gesamtkapitalrendite“ für das Verhältnis „Ergebnis aus immobilienbezogenen Aktivitäten“ dividiert durch „in Immobilien gebundenes Kapital“.


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